Samstag, 29. März 2008

Vizepräsident von AMX verhaftet!

Wow, das war eine Überraschung während des samstäglichen Familienfrühstücks! Was sagte mir mein Smartphone, das offensichtlich mal wieder nicht ausgeschaltet war.

"Vizepräsident von AMX verhaftet aufgrund des akuten Verdachts von Computerspionage"

So oder ähnlich meldete der Branchendienst von Garry Kayye in einer "Breaking News"-Meldung.

Selbstverständlich gilt für alle Menschen, also auch für AMX-Leute die Unschuldsvermutung, aber die Indizienlage scheint recht eindeutig, denn warum sonst die Verhaftung?!
Was war geschehen? Laut Pressemeldung der Staatsanwaltschaft von Bergen County (siehe hier ) wurde David A. Goldenberg, Vizepräsident von AMX verhaftet aufgrund des Verdachtes von
"Unlawful Access of a Computer System / Network; Unlawful Access of Computer Data / Theft of Data and Conducting an Illegal Wiretap"
Ich versuche das mal als "Einbruch in einen fremende Computer, Datendiebstahl und Abhören" ins Deutsche zu übersezten. Konkret soll Goldenberg Passwörter von Email Accounts des Opfers ausgespät und per automatischer Weiterleitung auf ein eigenes Email-Konto über längere Zeit mitgelesen haben!
So weit so schlecht, aber das hat noch nicht zwangsläufig was mit seinem Status als VP bei einem der größen Unternehmen der AV-Branche zu tun.

Was den Fall so spektakulär macht ist die Tatsache, dass das Opfer, die Sapphire Marketing in NJ, USA ein langjähriger und sehr erfolgreichr CRESTRON-Reps ist, der sich an die Polizei gewandt hat, als er auffällig oft Angebote gegen AMX verloren hat! Der Schaden wird mit mehr als einer Million Dollar beziffert, aber was wahrscheinlich noch viel mehr wiegt, wenn auch schwer zu beziffern, ist die Tatsache, dass Sapphire Marketing mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit schon Informationen über die vielen Produktneuheiten von CRESTRON hat, welche in ca. 10 Wochen anlässlich der weltgrößten Branchenmesse INFOCOMM präsentiert werden! Diese sind immer TOP-SECRET und nur ganz wenige Leute erhalten vorab Infos. Gehöre ich zu diesem kleinen Kreis? Vielleicht ja, aber dann dürfte ich es auch nicht verraten? :-)

Nachfolgend ein paar Links zum Thema:
  • Sapphire Marketing TechBlog Dort wird man sicher die Sicht des Opfers lesen können. Derzeit ist noch nicht zu sehen.
  • Der offizielle Blog der Staatsanwaltschaft (Achtung, dort sind auch Meldungen über viele andere, natürlich nicht mit diesem Fall zusammenhängende Fälle gelistet!)
  • Auf Remote Central Forum Dort entsteht gleich eine politische Diskussion über die "Wahl der Waffen" im Business. Find ich irgendwie krank, aber da hat jeder seine Meinung!
  • AVS-Forum Im wahrscheinlich ältesten AV-Forum steht es natürlich auch schon.
  • Der recht bekannt Home Theater Blog meldet als einer der allerersten.
Ich werde an der Sache dranbleiben und weiter berichten!


Montag, 11. Februar 2008

ISE Amsterdam Messebericht

Wenn ich richtig mitgezählt habe, dann war das ISE Nummer 5. Wieder in Amsterdam und wieder ein voller Erfolg.

Die offziellen Zahlen:

  • 22,199 Besucher eine Steigerung von mehr als 6,000 gegenüber 2007.
  • 300% mehr Architekten und techische Planer
  • 400% mehr Leute aus dem Bereich "Live events industry" (Hallo Pro Light & Sound in Frankfurt, ganz schön zum Fürchten, gell?)
  • Mehr 80%der Standflächen sind bereits für 2009 wieder fix gebucht.
So weit, so eindrucksvoll. Und nun meine persönliche Einschätzung:

  • Leider noch immer viel zu wenig Österreicher unter den Besuchern. Sehr, sehr schade!
  • ISE ist Business und das war auch heuer wieder so. Keine Prospektesammler und auch keine Zeitdiebe, sondern konzentrierte Arbeit unter Profis.
  • Für MOCOM war die ISE wieder höchst erfolgreich, weil wir die Distribution für drei neue Lieferanten übernehmen konnten (Details in Kürze) und uns intensiv um unsere Partner kümmern konnten.
  • Amsterdam ist eine optimale Messestadt

Wie jedes Jahr gab es auch wieder eine Crestron Party (diesmal mit ca. 800 Personen) und wie jedes Jahr gingen die Meinungen wieder ein wenig auseinander. Einerseits habe es wirklich eine erstklassige Show zu sehen, anderseits gab es einige Einlagen, über die man durchaus geteilter Meinung sein kann.
Absolute Stars des Abend waren sicher Golden Power, ein ungarisches Akrobatik-Duo, das schon im LIDO in Paris für Aufsehen sorgte. (Beispiel-Video)

Aber machen Sie sich doch selbst ein Bild von der Party.


Zusammenfassend bleibt nur zu sagen: Die KnowHow-Schere bei den Systemintegratoren geht immer weiter auf, das merken wir jeden Tag. Dass aber exakt die, welche man auch in Amsterdam getroffen hat, in der Heimat gute Geschäfte machen, wundert eigentlich keinen, oder??

Mittwoch, 1. August 2007

Crestron und Microsoft machen gemeinsame Sache

Pünktlich zum Höhepunkt des Sommers in der Nacht vom 31. Juli zum 1. August war die Redaktion von www.CEPRO.com als erster mit der wahrscheinlich heissesten Branchenstory des Jahres 2007 im Netz! Wie hier nachzulesen ist, hat Randy Klein, Executive VP von CRESTRON und rechte Hand des Gründers und Besitzers George Feldstein, in einem Interview bestätigt, was Insider schon seit einigen Monaten geahnt hatten:
CRESTRON und MICROSOFT arbeiten schon viele Monate an neuen Produkten und Technologien. Das das erstmals sehr allgemein klingt, eröffnet sich ein weites Feld für Spekulationen jeder Art. Aber vorab erstmals ein paar Fakten:

  • Crestron hat seit 2004 die TPMC-Serie von Touchpanel Media Center Produkten im Programm und das aktuelle Modell TPMC-8x ist das derzeit weltweit umsatzstärkste professionelle Mediensteuerpanel. Es arbeitet mit Windows XP Embedded.
  • Microsoft ist gerade dabei, die neue Crestron RoomView Server Software weltweit zur Organisation der eigenen Konferenzräume zu verwenden. Das Rollout läuft ebenso wie bei CISCO. (Bericht siehe hier)
  • Seit den ersten Prototypen des Crestron TPMC-10x im Jahr 2003 waren Microsoft Ingenieure bis heute oft und regelmässig Gast im Crestron Headquarter. In diesen teilweise wochenlangen Meetings ist es sicher nicht nur um die Ausmerzung von Bugs des alten Windows CE Kernels gegangen, die das TPMC-10 manchmal geplagt haben.
  • Crestron hat viele Mannjahre und damit Millionen von USD in die Anpassung der Windows Embedded Technologien verwendet.

Nun zu den Spekulationen (oder sind es vielleicht gar keine?) ;-)
  • Crestron hat das Thema VOIP (Voice over IP) eigentlich noch nicht wirklich aufgegriffen obwohl es schon seit vielen Jahren Telefonanbindungen und Intercomlösungen erfolgreich vermarktet. Der Skype Client im TPMC-8x ist eher ein Feigenblatt um nicht komplett "ohne" darzustehen, die richtig allumfassende Lösung ist das sicher (noch) nicht.
  • Das Thema Streaming Media kommt im Moment bei Crestron eigentlich noch nicht so wirklich vor obwohl viele Kunden und Integratoren teilweise laut danach schreien. Crestron hat bis dato eigentlich noch immer auf seine Händler gehört. Sie waren nicht immer die ersten am Markt und haben anderen gerne die Marktbereitung überlassen um dann einen aufnahmefähigen Markt blitzartig zu übernehmen. Die neuen Produkte werden Streaming in allen Varianten unterstützen; da bin ich mir ganz sicher!
  • Abgesehen vom HighEnd Panel TPMC-8x und dem TPMC-4x, welches interessanterweise aber keine vollständige Crestron Eigenentwicklung sondern "nur" eine intern massiv angepaßte Variante eines OEM Herstellers ist, gibt es derzeit keine eigene echte Home-Fernsteuerung von Crestron. Aber schon vor ein paar Wochen hat ein Crestron Mann in den USA anläßlich der Infocomm zu mir gesagt: "Something is coming, be patient, it will be soon and you will like it"
  • Alle derzeitigen Windows Media Center sind eigentlich nur PCs mit hübscheren Gehäusen und billigen Infrarot Fernbedienungen. Wo bleiben die sexy Remotes, die unter Windows Mobile 6 arbeiten und "geile" Features haben? Hat Microsoft wirklich geglaubt Firmen wie HP können Consumer Elektronik Geräte bauen? Es braucht Firmen wie Crestron, die aus Applikationen ein Geschäftsmodell machen, bei denen Integratoren gutes Geld verdienen und so nebenbei für Vertrieb und Kundenzufriedenheit sorgen. Mit den derzeitigen PC-lastigen Lösungen kann man nur Freaks und Bastler ansprechen, die finanziell potente Kundschaft, welche von Home-Automation nicht nur träumen sondern es auch kaufen wollen (und bezahlen können!) wird auch im 21. Jahrhundert einen Custom Installer engagieren, der für gutes Geld gute Lösungen bringt.
  • Genauso wie Microsoft eine Home Division (X-Box & XP Home) sowie eine Business Division (Server und Rechenzentren) hat, versuchen sie seit Jahren erfolglos in den Bereich PROFESSIONELLE Home Automation einzudringen. Wieviele Jahre ist es her, dass MS den UPNP Lichtschalter angekündigt hat? Ist er jemals auf den Markt gekommen? CRESTRON ist seit Jahren exakt in diesem Markt unumschränkter Marktführer und ist als einzige Firma in einer Größe, die ein Gigant wie Microsoft überhaupt ernst nimmt.
  • Die ungleichen Zwillinge George Feldstein und Randy Klein am Crestron Ruder agieren aus einer sehr gesicherten Position heraus. Crestron ist kein kleines Startup, das versucht Börsengeschichte zu schreiben. Ganz im Gegenteil, die beiden haben gesehen wie der ehemals gleich große Konkurrent AMX mit seinen hochtrabenden Plänen (wer erinnert sich noch an PANJA?) böse abgestürzt ist.
  • Habe ich jemals behauptet Bill Gates verwendet Crestron Touchpanels in seinen Häusern und auf seiner Yacht? Das würde ich NIE machen, Ehrenwort! ;-))
  • Welche Auswirkungen diese Ankündigung auf unser kleines Unternehmen MOCOM haben wird, darüber kann ich derzeit nicht einmal noch spekulieren. Aber ich denke, wir sind damit richtig gelegen, dass wir immer die Konvergenz von AV und IT betont haben!
Aber machen Sie sich doch selbst ein Bild von der aktuellen Situation.
Ein paar aktuelle Links:
  1. Der CE-PRO Artikel, mit dem alles anfing
  2. Smarthouse Australia beruft sich auf Quellen innerhalb von Microsoft.
  3. Connected Home News schreibt mal ab, damit man auch dabei ist
  4. eHomeUpgrade bringt auch noch nicht viel mehr
  5. CRESTRON und MICROSOFT schweigen im Moment noch
Eines ist aber klar: Das all dies "zufällig" ca. 30 Tage vor Beginn der CEDIA stattfindet, ist eine PR-mäßige Musterschüler-Leistung....

Ihre Meinung interessiert mich natürlich brennend. Ich ersuche um zahlreiche Kommentare!

Freitag, 15. Juni 2007

Ohne Basiswissen kein Erfolg

Diese Woche war es wieder so weit: "Grundlagen der Tontechnik Teil 1 und 2" stand auf dem Plan des MOCOM Schulungskalenders. Und wie immer ist es nicht nur harte Arbeit für 10 Personen ein zweitätiges Seminarprogramm auszuarbeiten sondern auch pure Freude für mich zu sehen, dass die Vermittlung von Grundlagen offenbar doch nie unmodern wird.

Und so fanden sich auch diesmal wieder Personen aus den unterschiedlichsten Fachbereichen bei uns ein, die alle mehr oder weniger intensiv mit Tontechnik in ihrem Beruf zu tun haben, vom AV-Verkäufer über Inbetriebnahme-Techniker bis hin zu einem Berufsschullehrer, der die beiden Tage zur persönlichen Weiterbildung nutzte.
Nun könnte man annehmen, dass Personen aus der Branche sicher keine Grundlagenschulungen in Sachen Tontechnik wollen oder brauchen, doch der rege Zuspruch zu unserem Angebot lässt exakt den Gegenschluss zu. Das wundert mich persönlich jedoch überhaupt nicht, denn ich erlebe tagtäglich, dass speziell in Sachen Audio viele einzig und allein dem Motto "Learning By Doing" folgen und sich nie um die Aneignung von Basiswissen gekümmert haben. Ob darin alleine die oft sehr bescheidene Qualität österreichischer Lautsprecheranlagen begründet ist, traue ich mich nicht zu behaupten, eines ist jedoch völlig klar:

"Wer nicht weiß wie man es richtig macht, muss probieren oder kann nur raten!"
Daher konzentriert sich unsere dreiteilige Tontechnik-Schulungsreihe auf die Vermittlung von Grundlagen. Angefangen bei Informationen WIE und WAS wir eigentlich hören führt der Weg zu Begriffen wie "Hörkomfort" oder "Verkürzung der Hördistanz". Da gibt es meist schon die ersten Aha-Erlebnisse, weil sich manch einer zum ersten Mal ernsthaft mit dem Gedanken beschäftigt, was eine Beschallungsanlage eigentlich können soll bzw. was die einzelnen Erfolgskriterien eigentlich sind.
Spätestens beim Thema Ortung (aus welcher Richtung hören wir ein Schallereignis) und beim Haas-Effekt erkenne ich als Vortragender, dass den Teilnehmern klar wird, Tontechnik ist nicht eine schwarze Kunst oder ein künstlerischer Prozess, sondern das Ergebnis der konsequenten Anwendung von physikalischen Grundgesetzen und Ergebnissen der Forschung.
Natürlich muss die eine oder andere Anekdote oder ein plakatives Beispiel aus der Praxis zur Auflockerung im Vortrag platziert werden, am wirksamsten sind aber natürlich Klangbeispiele selbst.
Wie immer steht natürlich viel zu wenig Zeit zur Verfügung und es wäre vermessen zu behaupten, dass man in drei Tagen perfekte Tontechniker ausbilden könnte, aber einiges getraue ich mich zu behaupten:
  • Die Teilnehmer verlassen die Schulung mit gestärktem Selbstvertrauen, wenn sie die in der Praxis erlebten Fehler oder Erfolge plötzlich begründen können, weil das nötige Fundament plötzlich vieles erklärbar macht.
  • AV-Techniker mit Videohintergrund, welche bisher Lautsprecher eher als Beiwerk zu einer Projektionsleinwand gesehen haben, beginnen über den guten Ton nachzudenken.
  • Verkäufer lassen sich nicht mehr so einfach in "Mission Impossible" Projekte hineinziehen, d.h. vermeiden solche Projekte, welche technisch praktisch unmöglich zu realisieren sind, weil der Kunde unrealistische Forderungen aufstellt.
  • Allen wird bewußt, dass es auch bei Tontechnik-Geräten Qualitätsunterschiede gibt und sich Produktpreise nicht nur durch Markennamen und Marketing ergeben.
  • und last but not least: Dass die Übertragung der menschlichen Stimme oder auch von Musik an ein Publikum mittels guter Tontechnik auch eine Menge Spaß machen kann.
Was kann ich mir also mehr wünschen? Daher nochmals ein Dank an die Teilnehmer für ihre Zeit und ihr Interesse und natürlich auch Danke an das MOCOM Team, das mir viel Arbeit abnimmt, damit ich mich auf meine Lieblingsbeschäftigung konzentrieren kann: Reden, reden, reden, ....
Wie immer freue ich mich auf Ihre Kommentare; bleiben Sie mir gewogen, der nächste Post kommt dann direkt aus den USA von der Infocomm, zu der ich jetzt gleich aufbreche.

Montag, 4. Juni 2007

Haus der Zukunft und anderer Unsinn

Sucht man in Google nach "Haus der Zukunft" so gibt es ca. 177000 Treffer und trotzdem gibt es kaum einen Begriff, der mich persönlich so ärgert wie dieser!
Unter diesem Titel, der seit den fortschrittsgläubigen 50er Jahren und TV-Serien wie "The Jetsons" in aller Munde ist, verstehen Auskenner und solche, die sich dafür halten in unserer Branche Musterhäuser, bei denen möglichst viel Technik eingebaut ist und welches dem Besucher vorgaukeln will, wie er sich seine Zukunft so vorzustellen hat.

Was stört mich nun konkret so an diesem Ausdruck?

  1. Fast überall steht dieser unsägliche Electrolux Internetkühlschrank oder ein ähnlicher Prototyp für den wahren Fortschritt, als wenn es keine ander Innovationen geben würde als einen Einkaufszettel durch einen LCD Screen zu ersetzen.
  2. Mit wenigen Ausnahmen gilt der Blick fast immer der (teilweise weit entfernten!) Zukunft und vor dieser fürchten sich die meisten von uns auch ohne Technik.
  3. Den Projekten ist praktisch immer die zugrundeliegende Finanzierung anzusehen. Entweder als Forschungsprojekt (an den absolut praxisfremden und nicht serienreifen Teilsystemen zu erkennen!) oder aus planlos zusammengewürfelten Einzelteilen der jeweiligen Sponsoren bestehend.
  4. Den größten persönlichen Unmut löst jedoch die völlige Negierung des Status Quo, d.h. der GEGENWART aus. Alles läuft unter dem Motto: "Heute noch nicht, aber in ein paar Jahren wird das alles Standard sein!" Wie motivieren wir damit Kunden , HEUTE in die von uns angebotenen Lösungen zu investieren? Ich versteh es einfach nicht!
Ich plädiere daher für ein
"Haus der Gegenwart"
in dem Technologien vorgestellt werden sollten, die HEUTE, HIER und JETZT möglich und wünschenswert sind! Das würde vielen Menschen die Scheu vor aktuellen Errungenschaften der Haustechnik nehmen. Touchpanels, Bussysteme, Multiroom Audio/Video-Systeme, Internetanbindung und ähnliches sind einfach nichts aus bzw. für die Zukunft sondern aktuelle Standards im gehobenen Wohnbau, wie sie unsere Branche tagtäglich realisieren!

Da lob ich mir ein Projekt in Deutschland namens
Der von mir sehr geschätzte Rüdiger Krug hat einfach sein eigenes Haus nach dem aktuellen Stand der Technik eingerichtet und dem ganzen einen hübschen Namen verpaßt. Bei genauerer Betrachtung ist in diesem Haus nichts aber auch schon gar nichts futuristisch oder extrem. Es ist einfach von jemandem mit Branchenerfahrung geplant und errichtet worden. Für sich und seine Familie, ohne jemandem etwas beweisen zu wollen.

Daß man damit aber auch im Jahre 2007 noch jede Menge Presse bekommt, ist ja eigentlich widersinning, oder?
Daher mein Aufruf: Liebe geschätzte Mitarbeiter der schreibenden Zunft. BITTE hört endlich auf, aktuelle Technik in die Sparte "Unser Leben in der Zukunft" zu verschieben und platziert Eure Artikel lieber unter "Aktuelles"

Und Ihr liebe Branchenkollegen? Geht hinaus in den Markt und verkauft HEUTE, denn morgen ist das Heute schon wieder Gestern!

Montag, 21. Mai 2007

MOCOM Pressenews

Da sieht man es wieder einmal. Wenn man eine gute Story zu erzählen hat, dann bringen Websites und Fachzeitschriften auch wirklich Pressemitteilungen.
Wie man das perfekt macht, zeigte unser neuester Lieferant von AUDICA Professional.

Mit einem kleinen Feuerwerk hat er englischsprachige Audio-Newskanäle über die Zusammenarbeit mit MOCOM unterrichtet. Nun ja, praktisch jeden Tag wird irgendwo eine Vertriebsvereinbarung geschlossen, geändert oder auch aufgekündigt, warum wurde also gerade diese Pressemitteilung in allen Medien übernommen?

Ich gestehe ich weiß es nicht, aber wahrscheinlich stimmt das alte Sprichwort:

Besser gut gemacht als nur gut gedacht!
Eine kleine Auswahl der letzten Tage:
Ach ja, AUDICA macht nicht nur tolle Pressearbeit sondern stellt auch hevorragende Produkte her. Wir sind ziemlich stolz darauf den Zuschlag erhalten zu haben, weil diese Vertretung einige Distributoren haben wollten.
Die ersten Geräte werden nächste Woche bei uns eintreffen und wir freuen uns schon darauf als wäre Weihnachten....

Dienstag, 8. Mai 2007

Kommunikationstechnik ohne Kommunikationstechniker

Sowas nennt man ein Paradoxon, oder? Da arbeite ich nun in einer Branche, die von vielen als zukunftsträchtig oder interessant bezeichnet wird, manchen rutscht gar ein geil oder sexy heraus. Stimmt ja auch irgendwie, denn der Markt wächst, Konkurrenz unter den Mitbewerbern sorgt für permanente Weiterentwicklung und vollmundige Presseberichte über das "Haus der Zukunft" hämmern das Thema in die werte Kundenschar.
Wie ich schon des öfteren geschrieben habe (z.B. erst kürzlich hier) ist gemäß dem strengen Auge des Gesetztes der Kommunikationselektroniker der richtige Mann volgo die richtige Frau.

Aber was mußte ich gestern hören?
Es wird ernsthaft erwogen, dieses Berufsbild aufzulassen weil:

  • es in Österreich praktisch keine Lehrlinge gibt
  • 60% der Gewerbeschein-Inhaber innerhalb der nächten 5 Jahre wahrscheinlich den Beruf aufgeben werden (kein Wunder, wenn sie sich noch immer so verhalten, wie der klassische Radio/Fernsehmechaniker, der sie einmal waren!)
  • die Elektriker drängen mit dem Berufsbild des Gebäudesystemtechnikers massiv in die diese topaktuellen Bereiche um von ihrem Kabelmaurer-Image weg zu kommen.
  • (es wäre nicht Österreich) eine gehörige Portion Politik mit im Spiel ist.
Ich für meinen Teil habe beschlossen, mich nicht mehr darüber aufzuregen. Vielleicht hat es ja auch was Gutes an sich. Vergleichen wir einmal:
Derzeit erwirbt jemand eine Gewerbeberechtigung aufgrund einer abgeschlossenen Lehre und nachfolgender Meisterprüfung oder weil er aufgrund seiner Ausbildung (z.B. HTL-Ingenieur) eine vergleichbaren Wissensstand nachweisen kann. Ist diese Hürde einmal genommen, dann kann ihm niemand diese Berechtigung wieder entziehen. Es ist also in Österreich nicht nur legal sondern wahrscheinlich auch üblich, daß mit der Meisterprüfung die Ausbildung ihren Abschluß gefunden hat, auch wenn dieser schon Jahrzehnte zurückliegt! Soviel zum österreichischen Gewerberecht.

In juristisch wenig bis gar nicht regulierten Märkten wie z.B. England oder in den USA gibt es gar keine solche Ausbildung, sondern man muß sich über Schulungen von Berufsverbänden die Qualifikation aneignen. ALLE mir bekannten so erworbenen Zertifikate haben eine Geltungsdauer im Bereich von wenigen Jahren und müssen daher durch permanente Schulungen aktuell gehalten werden.
In unserer Branche ist das besipielsweise der CTS (Certified Technology Specialist) der Infocomm.
Nicht daß ich ein grundsätzlicher Gegner unserer Lehrsystems wäre, aber wie es scheint entsteht bei uns derzeit ein Ausbildungsvakuum, weil die handelnden Personen unwillig oder unfähig sind, sich dem Lauf der Zeit anzupassen. Anstatt Verteidiger der Dinosaurier zu sein, wäre ein wenig Konzentration auf die Gegenwart mit Ausblick in die Zukunft doch auch ein Konzept. Dann gäbe es auch mehr wie nur eine Handvoll Lehrlinge.

In dieses Vakuum werden Infocomm, CEDIA & Co vordringen, weil sie die einzigen sind, deren Zeugnisse auch eine echte Relevanz für den Endkunden haben. Oder glauben Sie wirklich, daß sich jemand bei der Einrichtung eines intelligenten Hauses mit allem Drum und Dran an jemand wenden wird, der als Qualifikation einen Meisterbrief aus 1972 vorweisen kann?
Wohl kaum, oder? Da wählt der Kunde lieber ein Unternehmen, bei dem ein bestimmter Prozentsatz der Angestellten über eine AKTUELLE Qualifikation in den gerade jetzt aktuellen Technologien haben MUSS! Wie sowas geht?
Es nennt sich Certified AudioVisual Solutions Provider (CAVSP) und davon gibt es auch schon in Europa eine ganze Menge. Wann wird es den ersten CTS oder den ersten CAVSP in Österreich geben? Ich glaube, es dauert nicht mehr lange......

Sie glauben mir nicht? Das ist Ihr gutes Recht, aber zumindest gibt es in Österreich schon 6 AV-Integratoren, die Displays und Projektoren gemäß ISF-Richtlinie für den Heimkinobetrieb optimal einstellen können und für diese Dienstleistung mehr als EUR 300,- verlangen und auch bekommen. Übrigens ein relativ simpler Vorgang, den JEDER österreichischer Kommunikationselektroniker in seiner Eigenschaft als Fernseh-Techniker in ähnlicher Form gelernt hat, aber dieses Wissen nicht aktiv vermarktet.

Wer sich nicht verkaufen kann, verkauft auch nichts, so will es das Gesetz der Wirtschaft.
Ich freue mich auf Ihre Kommentare!