Mittwoch, 17. Juni 2015

Infocomm 2015 gestartet

Wie jedes Jahr Mitte Juni findet die Infocomm Show in den USA statt.

Nachfolgend nur ein paar Impressionen von den Dimensionen des CRESTRON Messestandes und dem Entstehen.

Der folgende Link zeigt auf den brandneuen Crestron.at Blog

Infocomm 2015 gestartet




Dazu thematisch passend eine kleine Klarstellung:

Auf dem offiziellen Crestron.at Blog gibt es offizielle Informationen und auch einen geschützten Bereich exklusiv für Partner. Dieser Blog hier ist und bleibt mein persönliches Sprachrohr. Ich kann und will nicht versprechen, dass sich die hier vertretenen Meinungen immer mit den Meinungen der von mir vertretenen Hersteller deckt. Hier geht es um persönliche Einschätzungen, Erfahrungen, kurzum um die menschliche Seite des Business.




Ich freue mich auf Ihre Kommentare.

Sonntag, 19. April 2015

Huddle Room = Raum zum Kuscheln oder die modernste Art der Kommunikation?

Immer häufiger hört man auch hierzulande den Begriff Huddle Room, doch was ist das eigentlich. Wörtlich übersetzt bedeutet to huddle u.a. kuscheln aber das kann es wohl nicht sein in unserer technisierten Audio/Video-Welt, oder?

Nun ja, ein ganz klein wenig stimmt das schon, denn Huddle Rooms sind (teilweise wirklich sehr) kleine Meetingräume, die als Antithese zum großen, luftigen Konferenzraum in einem möglichst kleinen Raum eine optimale Meetingumgebung für ca. 3 Personen zu bieten.

Was braucht es dazu? Eigentlich nicht viel; nachfolgend der Versuch einer Aufzählung

  •  Ein großformatiges Display mit mindestens FullHD Auflösung. Aufgrund des geringen Betrachtungsabstandes bieten sich aber auch topmoderne 4k-Displays an, denn der (virtuelle) Arbeitsplatz kann gar nicht groß genug sein.
  • Max. 4 Sessel und eine großflächige Arbeitsfläche zum Auflegen von Notebooks, Arbeitsunterlagen und eventuell auch Plänen. Sehr oft ist diese in der Form eines Halbkreises, an desssen flacher Seite das Display thront.
  • Hochwertige Lautsprecher und Mikrofone, denn Huddle Rooms werden sehr oft für Telekonferenzen verwendet. Keine langwierig vorausgeplanten TelePresence Sitzungen sondern adHoc Desktop-Sharing Sessions und Lync/Skype Meetings.
  • Daher ist natürlich auch eine fix montierte HD-Videokamera nötig, die die Teilnehmer mit einem Weitwinkel gut aufnimmt. PTZ und verstellbare Zoomkameras sind nicht nur nicht nötig, die zusätzliche Komplexität behindert auch bei der spontanen Arbeit.
  • AV Infrastruktur mit allen Möglichkeiten. Dies bedeutet VGA, HDMI-Anschluß ebenso wie ein "drahtloser" Zugang für SmartPhones und Tablets.
    Bitte niemals vergessen: Meetings in Huddle Rooms sind oft kurzfristig und auch von kurzer Dauer. Die Teilnehmer kommen mit ihren persönlichen Devices und dies sind nun mal immer öfter Tablets oder Ultrabooks.
  • Netzwerk-Connectivity: Neben möglichst guter WiFi-Versorgung müssen aber auch 2-3 LAN-Verbindungen zur Verfügung stehen, denn bei aller Freude über drahtloses Internet ist für ein sorgenfreie Skype/Lync/Webex-Meeting eine stabile Kabelverbindung noch immer ungeschlagen.
  • Einfache Bedienung ist Trumpf: Ganz ohne Bedienung geht es ganz sicher nicht, aber weniger ist oft mehr.
  • UNVERZICHTBAR ist das RemoteMonitoring und Punkte wie kalenderbasierte Automatisierung, Türschild und Sammeln von statistisch relevanten Daten. Kaum ein Unternehmen wird nur einen einzigen Huddle Room haben sondern eine ganze Fülle davon.
    Diese müssen vollautomatisch funktionieren und im Störungsfall selbständig Probleme an ein zentreales Monitoring melden. Darauf zu vertrauen, dass ein Nutzer ein etwaiges Problem meldet, ist ein Trugschluß und ziemlich naiv. Der Nutzer wird einfach in den nächsten freien Huddle Room gehen und darauf "vergessen", dass im Raum x der HDMI-Eingang nicht funktioniert!
  • Ausreichende Lüftung und Klimatisierung, denn Huddle Rooms sind klein und haben im Gegensatz zu einem großen Konferenzraum eine sehr geringe Kubatur bezogen auf die Anzahl der Personen im Raum. Selbst bei einem kurzen 30 Min. Meeting kann einem im wahrsten Sinne des Wortes die Luft ausgehen ohne aktive Klimatisierung.
  • Nicht zu letzt eine perfekte Akustik, sonst klingt es wie in einem Badezimmer! Die akustische Dämmung im Raum verbessert aber auch den Schallschutz von bzw. nach innen, d.h. Störgeräusche von außen dringen kaum in den Raum und was im Raum gesprochen wird, bleibt auch im Raum.
Nicht nur um dieses Konzept unseren Kunden demonstrieren zu können sondern insbesonders für den Eigenbedarf haben wir gerade selbst solch einen Raum in unserem Büro eingerichtet und schon nach kurzer Zeit kann ich berichten, dass die Mitarbeiter diesen Raum intensiv nutzen; ganz ohne formale Einschulung und vor allem ohne das Konzept langwierig erklärt zu haben. Huddle Rooms erklären sich von selbst und die Nutzung ist in der Tat vielfältig. Nur ein paar der klassischen Anwendungen:
  •  Ungestörtes konzentriertes Arbeiten ganz alleine. Wer in einem Großraumbüro arbeitet verspürt ab und an das Bedürfnis, einfach eine Türe hinter sich zu schließen und in Ruhe arbeiten zu können.
  • Kleine spontane Besprechungen mit 2-3 Personen, wo man gemeinsam Content am LCD bearbeitet oder ganz klassische über einen A0-Plan gebeugt gemeinsam nach Lösungen sucht. Entweder innerhalb eines Teams oder mit Kunden/Lieferanten.
  • Remote-Meetings oder Webinare via Lync/Skype/Webex. Im Gegensatz zum Hören über Headset im Großraumbüro, wo man sich immer ein wenig dämlich vorkommt, ist eine solches Meeting in einem eigenen Raum einfach realistischer.
Wenn es Sie interessiert, welche Produkte wir verwendet haben, so hilft Ihnen hoffentlich nachfolgende Aufzählung:
  1. 65" FullHD-Display mit Touchfunktion. Daher ist der Screen auf einer ausziehbaren Wandhalterung, damit man nicht über den großen Tisch greifen muss, sondern den LCD bequem zu sich ziehen kann.
  2. FullHD-Webcam ansgeschlossen an ein CRESTRON RL2 SkypeForBusiness-Collaborations-System.
  3. Freisprech-Audio-System REVOLABS FLX-UC500 für optimales Audio. Eventuell wird dies bald auf ein FLX-UC1000 aufgerüstet, denn dessen eingebauter SIP-Client bietet sich für Telefonkonferenzen einfach an.
  4. Ein großer Tisch, an dem nicht nur drei Personen bequem sitzen können, sondern auch viele Unterlagen abgelegt werden können. Dazu drei bequeme Stühle, welche aber nicht zu bequem sind und damit ermutigen, Meetings auch wieder zügig abzuschließen.
  5. Ein CRESTRON FT-TS-600 Fliptop-Touchpanel zur Bedienung des Systems. Welche Funktionen schlußendlich zur Verfügung stehen werden, werden die nächsten Wochen und Monate der Benutzung ergeben.
  6. CRESTRON Anschlußkabel und ein CRESTRON AM-100 AirMedia System als drahtloser Eingang
  7. Ein CRESTRON TSS-752 Türschild zur Anzeige der Buchungen und zur direkten Reservierung an der Türe für spontane AdHoc Meetings. Natürlich auch zur Freigabe des Raumes, wenn das Meeting nicht die gesamte ursprünglich gebuchte Dauer verbrauchte. Wir wollen die Ressource Meetingraum schließlich optimal nutzen!
  8. Ein Präsenzmelder umd "Ressourcendieben" auf die Schliche zu kommen. Wer hat den Raum reserviert, die Buchung aber durch Nichterscheinen dann nicht wahrgenommen? Wie oft wurde der Raum benutzt ohne zumindest adhoc am Türschild den Raum zu reservieren?
    Und natürlich auch, um Klima, das Display und die Beleuchtung wieder abzudrehen, wenn alle Teilnehmer den Raum verlassen haben und niemand (nicht nur) das Licht abzuschalten "vergessen" hat. Ebenso um die Frischluftversorgung zu starten, sobald jemand den Raum betritt anstatt darauf zu vertrauen, dass dies jemand manuell macht, bevor die Teilnehmer wegen Sauerstoffmangels eingeschlafen sind.
  9. Anbindung an den CRESTRON Fusion Server für diverse Aufgaben: Angefangen von der MS-Exchange Kalenderanbindung für das Türschild und die Reservierung über Monitoring und Statistikdaten-Sammlung bis hin zum Helpdesk und Klima/Lüftungs-Automatisierung.
  10. Last but not least großflächige Akustikpaneele aus österreichischer Produktion, welche auch als Pinwände genutzt werden können.
Aber was schreibe ich so viel über etwas, was Sie jederzeit bei uns besichtigen und natürlich auch ausprobieren können? Ich freue mich auf Ihren baldigen Besuch bei uns und vorher auf Ihre Kommentare. Ach ja, und Sharing auf Facebook, XING & Co ist auch nicht verboten!

P.S. Die Idee für diesen Artikels schwirrte schon lange in meinem Kopf herum. Den finalen Kick gab aber ein toll geschriebene Artikel im amerikanischen Blog COLLABONTAP.COM von Rich Lasinski, der zu meiner fixen Leseliste zählt. Hier der Link dazu.

Sonntag, 14. Dezember 2014

Das unbekannte Wesen namens Projektmanagement

Immer wenn mehrer Personen oder Personengruppen eine Aufgabe gemeinsam zu lösen haben, spricht man von einem Projekt. Und alle Tätigkeiten die irgendwie zum Gelingen beitragen kann man unter dem Oberbegriff Projektmanagement zusammenfassen.
Wikipedia beziechnet es so:

Als Projektmanagement (PM) bezeichnet man das Initiieren, Planen, Steuern und das Kontrollieren und Abschließen von Projekten.
Aber offensichtlich ist PM in vielen Bauprojekten noch immer eine große Unbekannte. Wie ist es sonst zu erklären, dass es zwar jede Menge Projektleiter gibt, wenn man sie aber nach ihrer Ausbildung fragt, erntet man oft immer das gleiche Statement: Ich habe im Laufe der Jahre x Projekte als Projektmanager geleitet, etc.
Sorry, ich fragte nach der AUSBILDUNG nicht nach der ERFAHRUNG und das ist nunmal nicht das Gleiche.
Und NEIN, ich glaube nicht, dass nur Ausbildung alleine reicht; nein es braucht schon auch Erfahrung. Aber ich bin nunmal der festen Überzeugung, dass ein gerüttelt Mass an Grundlagen unersetzlich sind.

Woher also nehmen und nicht stehlen? Heute habe ich zwei Tipps für Sie:
  1. Auf der Website der Infocomm findet man ein wenig versteckt eine wirklich lesenswerte Serie über Projektmanagement in der AV-Branche komplett inkl. PDF mit 70+ Seiten. Es kann keine "echte" PM-Ausbildung (siehe unten) ersetzen, aber als Gratis-Angebot mehr als toll. Gönnen Sie sich also diesen Link von Brad Malone.
  2. Wer in Österreich so richtig Projektmanagement lernen will bzw. PM als Expertise in seinem Lebenslauf angeben will, wird um eine formale Ausbildung bei der PMA (Projekt Management Austria) nicht herumkommen. Die PMA ist Mitglied der internationalen IPMA und damit sind PMA-Zeugnisse international anerkannt. Einen ersten Überblick bietet dieses Dokument
Wenn Sie der Überzeugung sind, dass jede Praxis noch viel besser mit ein wenig Theorie zu meistern ist, dann haben Sie jetzt ja ein wenig Lesestoff. Oder sind Sie schon zertifzierter bzw. gelernter PM? Dann freue ich mich auf Ihre Meinung. Wozu gibts denn sonst die Kommentarfunktion in diesem Blog?

Samstag, 6. Dezember 2014

4K60 4:4:4 - Der heilige Video-Gral oder üble Verkäufertricks

Eine Warnung gleich vorab: Abgesehen von der Tatsache, dass dieser Blog viel zu lange ungeliebt in den Weiten des Internets verschollen war, war ich immer hin und her gerissen. Soll es ein braver Firmenblog für mein Unternehmen sein oder will ich hier ganz persönlich Stellung beziehen?
Nun, es gibt einen Gewinner und der heißt: Persönlicher Blog mit persönlichen Ansichten! Für das Offizielle gibt es ja ab sofort die neue Homepage www.crestron.at für den Bereich Crestron Distribution in Österreich sowie die www.mocom.at für alle andere Geschäftsbereiche. Bei beiden Websites wird es schon in Kürze ebenfalls Blogs bzw. Newsfeeds geben.
Hier ist also ab sofort Platz für alle möglichen Themen, die mir persönlich am Herzen liegen. Und ein Thema liegt mir dieser Tage in der Tat besonders am Herzen: Es ist die höchst unprofessionell und tendenziell geführte Diskussion um 4K Video bei 60 Hz im sogenannten 4:4:4 Format.

Seit fast einem Jahr liefert Crestron nun schon Verteilsysteme für 4K aus, Details zu DigitalMedia finden Sie hier. Die Aussage "liefert aus" ist extrem relevant, denn diese Tatsache dürfte so manchen Mitbewerber mächtig ärgern, ist man doch selbst über den Status der vollmundigen Ankündigungen noch nicht hinausgekommen und vertröstet die Kunden immer weiter. 

Wenn der liebe Mitbewerb aber nun in Ermangelung lieferbarer Produkte beginnt Unsinn zu verzapfen, dann fühle ich mich aufgefordert, ein paar technische Fakten und eine gehörige Portion Hausverstand auf den Tisch zu legen.

Anstatt eine konkrete Aussage zu treffen, warum man selbst noch nicht so weit ist, versucht man durch Nennung möglicht kompliziert klingender Begriffe den Markt zu verunsichern.
Zentraler Punkt ist:"Was Crestron aussliefert, ist ja kein echtes 4K, weil es beherrscht ja kein 4:4:4 bei 60 Hz! Und das braucht es unbedingt, sonst macht das alles keinen Sinn und die Investition ist vergebens!"

Hintergrund ist, dass in der Tat im HDMI Standard 2.0 eine Auflösung von 4K bei 60Hz Bildfrequenz und 4:4:4 Chroma Subsampling enthalten ist. Und ja, es stimmt sogar, dass Crestrons DigitalMedia diesen einen Modus zum derzeitigen Zeitpunkt nicht übertragen kann bzw. richtiger gesagt, ihn nicht übertragen WILL.
Der Grund ist aber weder technisches Unvermögen noch Ignoranz!

Vielmehr gibt es gewichtige Gründe für diese Entscheidung.

Was bringt 4K60 444 überhaupt?
4:4:4 heisst, dass keinerleit Chroma Subsampling  stattfindet. Ist ja eigentlich gut, oder? Nun ja, selbst der brandneue HDMI2.0 Standard bietet 4:4:4 bei 4K60 aber nur mit 8Bit Farbtiefe an. HDMI nutzt aber schon viele Jahre Deep Color und je höher die Auflösung desto wichtiger wird dieses Feature. Versuche haben gezeigt, dass mehr Farben bzw. ein größerer Farbraum von praktisch jedem Nutzer als "besser" empfunden wird als der Qualitätsgewinn durch Verzicht auf Chroma Subsampling!

Ist 4:2:2 oder alles das nicht 4:4:4 ist, eine neue "Einschränkung"?
Ein ganz klares NEIN. Chroma Subsampling wurde und wird im Videobereich seit jeher verwendet. Warum jetzt ausgerechnet bei 4K so ein Riesenproblem daraus gemacht wird, kann nur mit mutwilliger verzerrter Darstellung aufgrund geschäftlicher Interessen erklärt werden.
Fakt ist, dass aufgrund der extrem hohen Pixelanzahl bei 4K die Erkennbarkeit von Chroma Subsampling ungleich schwerer ist als bei allen anderen Videostandards der letzten Jahrzehnte!

Wer verwendet 4K60 444?
Diese Frage muss man leider indirekt beantworten indem man aufzählt, wer es NICHT verwendeet und warum.
Alle reden von der 2015 kommenden 4K BluRay und wissen Sie was? Es bleibt 4:2:0 bei 4K60, also nix mit 444. Dafür die Erweiterung des Farbraums und Vergrößerung der Farbtiefe. Hatten wir doch gerade eben, oder?
Ein weitverbreiteter professioneller Videostandard ist SDI. Dort findet sich in den Norm-VORSCHLÄGEN (Stand Dez 2014) zwar vage Andeutungen zu dem Thema, aber es gibt noch nicht mal Konsens darüber, wann die diesbezüglichen Standards endgültig verabschiedet werden. Von signifikanter Relevanz im AV-Installationsmarkt ist man viele Jahre entfernt.
Aufgrund von Bandbreiten-Beschränkungen brauchen wir über die TV-Übertragung von 4K60-444 Signalen per Sat-TV, DVB-T oder DVB-C Kabel auch in den nächsten Jahren keine Gedanken verschwenden; die Ausgangssignale von SAT-Empfängern und ähnlichen Quellen werden solche Signale also nicht liefern.
Bleiben unsere klassischen Quellen PCs, Tablets und Notebooks. Für Standbilder oder niedrig bewegte Bilder (Excel, Powerpoint & Co) sind deutlich geeignetere Formate im HDMI Standard verfügbar wie z.B. 4K 4:4:4 bei 30Hz. Bei Videos stellt sich natürlich die Frage nach der Quelle, sprich welches Encoding hat der Film überhaupt?  Nicht nur aus Gründen der Kompatibilität zur kommenden 4K BluRay finden Sie die Antwort ein paar Absätze weiter oben!
Sie meinen YouTube kann ja auch 4K? Stimmt und was steht in den Specs? Lesen Sie hier selbst.
Ich will auch nicht auf Digitales Kino vergessen. Stand heute ist 4K mit 24 fps und ja, das überträgt Crestron DigitalMedia auch mit 4:4:4. Also wieder nix mit Weltuntergang! ;-)

Es bedarf also speziell gemachten Contents (!), welcher (derzeit) ausschließlich auf HighEnd-PCs abgespielt werden kann, denn Nein, Playstation & XBox beherrschen diesen Modus auch nicht.
Die SPIELE-Industrie, die seit vielen Jahren die PC-Grafikkarten-Hersteller zu immer neuen Höchstleistungen treibt, könnte sich vielleicht in das Thema verlieben. Ob die Hersteller von PC-Monitoren allerdings mitziehen, sprich, ob es überhaupt bald eine große Auswahl an bezahlbaren Endgeräten zum Anzeigen dieser Inhalte geben wird, steht derzeit in den Sternen.
Die Auswahl der Grafikkarten, welche wirklich 4K60 mit 444 beherrschen, ist derzeit extrem gering. Immer vorausgesetzt, dass es überhaupt Content in diesem Format gibt UND natürlich, dass überhaupt ein für den Kunden im wahrsten Sinne des Wortes "sichtbarer" Vorteil erkennbar ist.
Dies wird sich im Laufe der nächsten Jahre wahrscheinlich ändern, weil es diesen einen lukrativen Gamer-Markt gibt. Ob dieser jedoch Berührungpunkte mit der professionellen Medientechnik von Crestron & Co zu tun hat, sei einmal dahingestellt.

Und die wirtschaftliche Seite?

Hunderttausende Installationen mit FullHD-Übertragung über DigitalMedia oder HDBaseT CAT-Leitungen werden in den nächsten Jahren auf 4K hochgerüstet. Ebenso gibt es (noch immer!) unzählige analoge Anlagen wie z.B. Crestron QuickMedia welche direkt von VGA-analog auf 4K digital umsteigen werden. Praktisch jeder Kunde wird eine Lösung suchen, bei der er seine bestehenden Kabel und Stecker weiterverwenden kann. Richtig vermutet, 4K60 mit 4:4:4 verbraucht so viel Bandbreite, dass 50m und mehr über marktübliche CAT-Kabel einfach nicht möglich ist!
Also alle Kabel raus, von RJ45 auf andere Stecker umrüsten, signifikant geringere maximale Entfernungen überbrücken können und all dies für einen winzigen Teil eines Standards, der mit großer Wahrscheinlichkeit sowieso in der Praxis nicht verwendet wird.


Zusammenfassung:
Wir sind uns unserer Verantwortung für die Investitionssichereit unserer Produkte voll bewusst. Dies gilt sowohl nach hinten, d.h. welche Investitionen der Vergangenheit kann der Kunde auch künftig weiterverwenden wie z.B. Verkabelungen, Anschlußfelder, Infrastruktur, etc. als auch vorwärts, d.h. welche Investition von heute kann über den ganzen geplanten Life Cycle (üblicherweise 7-8 Jahre in unserer Branche) eingesetzt werden?
Es ist gut möglich, dass wir in 10 Jahren über diesen Artikel schmunzeln müssen, weil 4K60-444 vollkommen normal ist und natürlich vom iPad9 (oder wie es auch immer heißen wird) abgespielt wird. Vielleicht wird dieses Format jedoch auch nie praxisrelevant werden, weil der Aufwand in keinem Verhältnis zum Ergebnis steht. Es gibt schlicht und ergreifend noch keine Erfahrung damit; geeignete Chips sind entweder noch gar nicht verfügbar oder gerade einmal in der allerersten Generation.

Aber deswegen HEUTE Ihre Räume nicht 4K-fähig zu machen, halte ich für nicht zielführend, denn

  • Fast jedes Notebook liefert mittlerweile Auflösungen jenseits von 1920*1080
  • Selbst mobile Devices wie das iPad mit Retina Display übertreffen FullHD!
  • 4K Displays werden täglich günstiger und sind schon bald preisgleich mit FullHD Displays
  • 4K ist der Technologie Treiber im Consumer Markt mit UHD-TV und 4K-BluRay
  • JEDE jemals ausgelieferte Crestron DigitalMedia Matrix kann auf 4K aufgerüstet werden;
    wir nennen das 4K Already.
  • DigitalMedia in 4K ist nahezu preisgleich wie FullHD. Man spart also nichts, wenn man auf 4K verzichtet.
  • Eine vorausschauende Investitonsplanung ohne 4K-Support ist nicht denkbar, wenn man die Entwicklung der Medientechnik in der Vergangenheit berücksichtigt.
Kurzum: 4K ist HEUTE und JETZT.  Die Vorgangsweise mancher Martkteilnehmer, absolut nicht marktrelevante Randthemen massiv zu betonen und unberechtigte Ängste zu schüren, soll offensichtlich nur von der Tatsache ablenken, dass man einfach keine eigenen 4K-Produkte hat.
Dass der Markt aber nicht nur bereit für 4K ist sondern diese Funktion auch aktiv nachfragt, beweisen die hohen Verkaufsstückzahlen sowohl bei Neu-Systemen als auch bei Upgrades von Bestands-Anlagen.

Zuletzt noch ein Verweis auf das exzellente gemachte
offizielle Crestron Whitepaper Challenges of Distributing 4K Video

Wie immer freue ich mich auf Ihre Kommentare.

Freitag, 26. April 2013

Zertifizierungen werden unverzichtbar in der AV-Branche

Wenn nun schon alle von der Konvergenz der AV und der IT-Branche sprechen, ist es meiner Meinung nach auch hoch an der Zeit sich mit der Sicherstellung der Qualifikation unseres Personals auseinander zu setzen.
Das Gewerberecht ist ja recht pragmatisch: Sobald jemand einmal seine Kompetenz bewiesen hat, sei es nun eine Lehrabschlussprüfung, die Gesellenprüfung oder auch der Meisterbrief gibt es meines Wissens nach keine Verpflichtung zu weiteren Schulungen o.ä.
So gut auch immer jemand bei der Meisterprüfung im Jahr 1979 war, es ist eher unwahrscheinlich, dass dieses Wissen einem Endkunden im Jahr 2013 nützlich ist.
Nicht nur aus dieser Tatsache, sondern wahrscheinlich primär mangels Ausbildungsmöglichkeit, hat sich in der IT-Branche die Zertifizierung durch Hersteller sowie durch Branchenverbände durchgesetzt und nachhaltig bewährt. Die Liste der IT-Zertifizierungen ist extrem lang, aber manche wie z.B. der CCNA von Cisco sind mittlerweile branchenweit als "Führerschein" anerkannt.
Was liegt also näher, als dies auch für die AV-Technik zu übernehmen?
Und so gibt es heute eine kleine aber feine Auswahl an Schulungen und Trainings, nach desssen erfolgreichem Abschluss man sich als "Zertifizierte(r) ..." nennen darf.
Ohne Anspruch auf Vollständigkeit seien nur ein paar davon genannt:

  • Crestron Certified DigitalMedia Designer bzw. Engineer (Link)
  • Biamp Systems Certified TESIRA Programmer (Link)
  • Infocomm Certified Technology Specialist CTS (Link)
Welchen Wert haben nun solche Zertifizierungen? Die Antwort ist ebenso einfach wie möglicherweise unbequem:
Zertifizierungen sind exakt so viel wert, wie andere Personen ihnen Wert beimessen!
Es liegt daher an UNS allen selbst in der Branche, bei jedem Kundengespräch und bei jedem Angebot unsere Kompetenzen zu nennen und auf deren Relevanz hinzuweisen.
Woher sonst soll der Kunde denn sonst wissen, welcher Anbieter sich durch laufende Schulungen weiterbildet und auf dem letzten Stand der Technik ist?
Wie sonst kann man einem Kunden objektiv einen Mehrwert gegenüber einem "Billigheimer"-Marktbegleiter kommunizieren oder auch einmal ganz konkret berechtigte Zweifel an mancher Leute Kompetenz äußern?
Wie sonst kann man einem Kunden vermitteln, dass wir über KnowHow verfügen und Audio/Video mehr als ein Hobby ist?

Nicht unerwähnt bleiben soll aber auch die Tatsache, dass nicht nur dem Zertifiziertem selbst und dem Enkunden gedient ist; auch für den Hersteller gibt es handfeste Vorteile! Immer komplexer werdende Produkte und Technologien fordern immer mehr Fachwissen von Vertriebspartnern und so ist es durchaus eine legitime Form des Selbstschutzes, wenn ein Hersteller nicht jeden "Anfänger" an seine kompliziertesten Produkte läßt. Die Reputation im Markt wäre sonst ganz schnell in Gefahr, wenn der Endkunde nicht 100% überzeugt ist, dass der Integrator sein Handwerk versteht. Auf den großen Supportaufwand, welcher letztlich mit großer Sicherheit trotzdem nicht zu einem zufriedenen Kunden führen wird, will gar nicht sprechen. 

Wie ist Ihre Meinung zum Thema Hersteller-Zertifizierung oder auch Ausbildungsoffensiven von Branchenverbänden? Dass ist nicht der einzige bin, der sich darüber Gedanken macht, zeigt eine kleine Internet-Recherche ( z.B. hier und hier). Ich freue mich über Ihr Feedback!

Mittwoch, 20. Juni 2012

Madmen, AVB and the Ethernet Future of Pro AV

Was kann es Schöneres geben, als einen Blogpost wo Ethernet, AVB und Mad Men gleichzeitig vorkommen? Nun mal ganz im Ernst, mit dem Einstieg von Extreme Networks in den Ring der Lieferanen von AVB fähigen LAN Switches hat der AVB Zug gehörig Fahrt aufgenommen.
Der Link zum Original-Post:
Madmen, AVB and the Ethernet Future of Pro AV

Ja die zwei Größten und somit relavantesten Anbieter, nämlich CISCO und HP fehlen noch, aber es wird nicht mehr lange dauern und auch aus diesen Ecken wird es Audio Video Bridging geben.

 Momentum für AVB kommt aber auch noch aus einer ganz anderen Richtung und diese wurde meiner Meinung nach bis dato noch gar nicht angesprochen bzw. als AVB-Treiber genannt: Die Verfügbarkeit bzw. besser die Nicht-Mehr-Verfügbarkeit von hochwertigen analogen Audio-Chips! Während es noch vor ein, zwei Jahren recht einfach war, alle benötigten Bauteile zu beschaffen, so klagen Audiohersteller zunehmend darüber, dass Chip-Produzenten diese für unsere kleine Branche so wichtigen Bauteile einfach nicht mehr herstellen! Die wirtschaftliche Situation der letzten Jahre hat dazu nicht unwesentlich beigetragen. Speziell jetzt, wo es wieder bergauf geht (siehe z.B. hier), brauchen die Hersteller ihre zurechtgestutzten Fabriken für Chips mit hohen Stückzahlen.
Und sind wir uns mal ehrlich, wer außer den Pro-Audio Leuten braucht heutzutage z.B. noch einen rauscharmen Stereo-VCA? Oder einen symmetrischen Audio-Line Driver mit 600 Ohm Ausgangsimpedanz? Es wird also vielen Herstellern gar nichts anders übrigbleiben, als sich mit digitalen DSPs und AVB-Strecken zu beschäftigen.
Wie heisst es so schön: Die normative Kraft des Faktischen.
Wenn es essentielle Bauteile nicht mehr gibt, weil sich die Produktion für unseren Nischenmarkt nicht mehr lohnt, dann muss man was anderes bauen oder zusperren. Irgendwie klingt das nicht nach großer Auswahl, oder?

Sonntag, 25. März 2012

Brückenschlag - Alternative Systeme - Gebäudeleittechnik

Wie angekündigt ein weiterer Beitrag zum Thema AV-IT Konvergenz. Das über den untenstehenden Link zugängliche Interview samt Video entstand im Rahmen einer Pressekonferenz mit österreichischen Fachmedien und zeigt exemplarisch Anwendungsmöglichkeiten von AVB (Audio Video Bridging).

Brückenschlag - Alternative Systeme - Gebäudeleittechnik

Danke an das I-Magazin für den ausführlichen Beitrag!

Eines der allerersten Produkte, welche diesen neuen IEEE Standard unterstützen werden, ist das brandneue TESIRA System von BIAMP Systems.

Hintergründe und Zusatzinfo zu AVB finden Sie auch im kostenlosen AVB Whitepaper, welches hier zum Download bereit steht.

Ich freue mich auf Ihre Kommentare!